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Kino ist eines meiner Spezialgebiet.

DON'T LET THE SUN von Jacqueline Zünd. Meine Gedanken zum herznahen Spielfilmdebüt der Schweizer Dokfilm-Autorin

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«Nouvelle Vague», der herb-charmante, vielstimmige und -sinnige neue Spielfilm des US-Amerikaners Richard Linklater, ist eine Ode an Jean-Luc Godard und dessen wegweisenden ersten Kinofilm «À Bout de souffle». – Die Ode eines persönlich berührten Kritikers. Ganzer Text mit Trailer! 

Benjamin Voisin/ Rebecca Marder
Benjamin Voisin/ Rebecca Marder

KINO-Kurztipp: L'ETRANGER (Der Fremde) von François OZON

Frankreichs virtuosester Regie-Künstler zur Zeit zeigt eine respektvoll so werkgetreue wie modern angedachte, glänzend besetzte Adaption des zeitlos weltliterarischen Romans von Literatur-Nobelpreisträger Albert CAMUS. Vertrauen Sie mir, ich weiss, was ich Ihnen empfehle: Kultur mit Esprit. Bonne projection! TRAILER & INFOS: https://lnkd.in/ebp8ypyJ

Wo & Wann: https://lnkd.in/eWhqSpxK

Mein Text per Bildclick
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Nacktgeld/ The Exposure: Arthur Schnitzlers Meisternovelle "Fräulein Else" feinstimmig verfilmt. Von Thomas Imbach (Schweiz).

Seit den späten 1980er-Jahren ist Imbach, 1962 geboren, in der Schweizer Filmszene eine feste Grösse und wird auch im internationalen Kontext wertgeschätzt. Als multitalentierter, stets innovativer, eigenwilliger Regisseur, Autor und Produzent. Jetzt ist ihm etwas gelungen, was alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist: Die plausible, stimmige Transponierung eines Werks der Weltliteratur in ein adäquates Filmnarrativ. „Nacktgeld“ basiert auf der unbestritten meisterlichen Novelle „Fräulein Else“ (1924) aus der Feder des österreichischen Autorengranden Arthur Schnitzler (1862-1931). Imbach reüssiert mit seinem Opus dank des ihm eigenen Gespürs für eine „entschlackte“ Übertragung, im gegebenen Fall der 1920er-Mentalität ins Heute. Das ist natürlich mit einem homogenen Künstlerensemble geschuldet, vor und hinter der Kamera, das sich im extraordinären Kreativ-Ambiente von Thomas Imbachs atmosphärisch dichter, motivierender Regie entfalten kann, welche fein entrückt, aber trotzdem herznah anmutig GANZER TEXT

"MIROIRS No. 3" ist ein glänzend besetztes Opus des deutschen Filmpoeten Christian Petzold. Es handelt von zwei Frauen, die sich nach Schicksalsschlägen auf dramatische Art begegnen. Und neu aufstellen. Eine Flussbrücke. Verkehrslärm, vorbeifahrende Autos. Eine junge Frau hält sich wie hilfesuchend am Geländer fest. Sie wirkt unwohl. Dann steht sie unten, am Ufer. Da taucht ein Stand-up-Paddler auf und gleitet vorbei. Die Frau fixiert ihn, ....... Ganzer Text

«C’è ancora domani» von Paola Cortellesi erzählt im Stil des italienischen Neorealismus von der Emanzipation einer Ehefrau in einem toxischen Familienbund in Rom. Der Film spielt 1946 – und trifft den Nerv der Zeit. Ein Heteropaar erwacht im Schlafzimmer seiner bescheidenen Wohnung im Soussol eines Mehrfamilienhauses in Rom ....Ganzer Text 

 *BLACK DOG" (Regie GUAN HU, China 2024). «Die neue Kinoperle des chinesischen Filmkünstlers Guan Hu, spielt in einer maroden Stadt nahe der Gobi-Wüste 2008, kurz vor den Olympischen Sommerspielen in Peking. Der heimkehrende Häftling Lang und der herrenlose Hund Xin nähern sich vorsichtig an. Ganzer Text

In "EN FANFARE" lernt ein prominenter Dirigent krankheitsbedingt seinen ihm unbekannten, proletarischen und musikaffinen Bruder kennen. Ein Film über eine verwundbare, wunderliche, wunderbare Freundschaft und die Magie des Musikalischen. Ganzer Text

"SEPTEMBER & JULY" Im subtilen Mystery-Drama «September & July» geht es um die Wirren von Adoleszenz und Selbstfindung sowie die Identitätssuche zweier Schwestern. Und um ihre Beziehung zur Mutter. Text-Link

«Anatomie d’une chute» durchleuchtet die Liebestragödie eines Autorenpaars als subtiles, packendes Gerichts-und Psychodrama.Dafür wurde die Französin Justine Triet am Filmfestival Cannes 2023 verdientermassen mit der Goldenen Palme geehrt. Ganzer Text

"ROTER HIMMEL" (Regie: Christian Petzold): Junge Leute begegnen sich in einem Badeort. So beginnen Kinostücke des Genres «Sommerfilme». Mit «Roter Himmel» gelingt dem Deutschen Christian Petzold eine komplexe, empathische, furiose Variante. Ganzer Text

«Mon Crime» (Regie: François Ozon) verhandelt einen bizarren Kriminalfall im Paris der 1930er-Jahre als Screwball-Comedy mit Verweisen auf die «Me Too»-Debatte. Mit Stars wie Isabelle Huppert oder Fabrice Luchini.  Ganzer Text

ANDREA LÄSST SICH SCHEIDEN (Regie: Josef Hader). "Er erzählt von einer Dorfpolizistin, die ihre Lebensziele neu definiert. Doch ein tragisches Ereignis sorgt für Verunsicherung – und öffnet herb-komische Einblicke ins Provinzdasein     Ganzer Text

ALLE, DIE DU BIST (Regie: M. F. Nathansky)  "Nadine und Paul sind ein junges Paar mit zwei Kindern. Die Frau spürt, dass ihre Leidenschaft für den Ehemann erkaltet. Macht ein Zusammenbleiben noch Sinn? Ganzer Text

LA CHIMERA (Regie:Alice Rohrwacher) erzählt in «La Chimera» von einem britischen Archäologen, der in den 1980er-Jahren in der Toskana mit Grabräubern unterwegs ist, um die obsessive Wehmut ..  

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LE BLEU DU CAFTAN (Regie: Maryam Toutani): Eine dahinfliessende Stoffbahn in Petrolblau, von einer Männerhand liebkosend befühlt. Das sind die ersten Bildimpressionen des filmischen, emotionalen Dreiecks-Beziehungsdramas «Le Bleu du caftan» der Marokkanerin Maryam Touzani.  Ganzer Text

«E.1027» des Schweizer Film-Kreativduos Beatrice Minger (Regie & Skript) und Christoph Schaub (Ko-Regie) ist eine stimmige, feinsinnig und klug inszenierte Doku-Fiktion: künstlerische Interpretations-Freiheit trifft auf Faktentreue und ganz erstaunliches Archiv-Material.

Zuvorderst herzwarme Filmsequenzen mit der realen Eileen Gray (1878-1976).

Über ein Jahrhundert Zeit-, Sitten- und Kulturgeschichte hinweg spannt sich der Handlungsbogen. Narrativ abstrahlend von einem exzeptionellen Haus an der Côte d'Azur, in Roquebrune-Cap-Martin, wo schon bald nach dessen Fertigstellung 1929 ein rätselhaft-fatales Beziehungs-Drama im avantgardistisch bohémienhaften Architektur-und-Design-Milieu aufglimmte. Und wo sich dann, etwa mit dem 2. Weltkrieg und den darauffolgenden gesellschaftspolitischen Wandlungen bis in die Gegenwart hinein schier Unglaubliches abspielte – so Sachen «E. 1027»-Bewohner:innen, juristischer Manöver um Besitzerwechsel und -ansprüche, bis hin zu einem Kapitalverbrechen.

Narrativ im Fokus steht – in gepflegt inszeniert, famos gespielten Bühnen- und Vor-Ort-Szenen – die aussergewöhnliche EILEEN GREY, eine libertär-feministisch bewegte irische Aristokratin, die 1907 nach Paris zog und als Möbel-Designerin Karriere machte. Und als schöpferische Architektin die bis heute in der Aussen- wie Innenwahrnehmung faszinierenden Villa «E.2017» – ein auf Stelzen gestellter weiss-lichtiger Bau – direkt oberhalb der Meeresküste erschuf. Als intimer Rückzugsort für sich selber war er gedacht, doch Gray teilte das gestalterische Paradies für rund zwei Jahre mit dem rumänischstämmigen französischen Verleger und Architekten JEAN BADOVICI, mit dem sie damals eine geheimnisumwehte Partnerschaft verband.

Badovici wiederum war mit dem eigenwilligen schweizerisch-französischen Stararchitekten und Maler LE CORBUSIER bestbekannt, der bald im Refugium Gast wurde. Nach dem Wegzug Grays wandte er sich bald mit umstrittenen Umgestaltungs-Forderungen an den Hausherrn Badovici. Die er dann radikal umsetzte und damit eine bis ins Jetzt andauernde Architektur-Stil- und -Zweckdebatte begründete. Zu sehen ist im Film dazu einiges.

Das magistrale Opus von Minger und Schaub ist umflort von eleganter, herb-betörender bildformaler, musikalischer und inhaltlicher Schönheit. Und, auch das sei erwähnt, es kommt ganz ohne zusätzlich eingespielte Experten-Statements aus, denen in Dokumentarfilmen oft etwas Selbstgefälliges anhaftet. Umso anrührender, wie es in diesem poetischen Film-Bijou gelingt, die in der Offenlegung eigener biografischer Angelegenheiten sehr diskrete Künstlerin Eileen Gray – die trotz ihrer weltbekannten Design-Objekte fast in Vergessenheit geraten war – wie neu zu entdecken. Das ist wunderbar. TEXTLINK